Structural Glazing
Mit Structural Glazing oder Structural Sealant Glazing bezeichnete Fassaden sind geklebte Ganzglasfassaden, bei welchen die Konstruktion unsichtbar hinter der Glasfassade liegt. Die Verglasung, - in diesem Falle das Glas-Glas-Solarmodul - wird rückseitig mit der Metallstruktur der Fassadenkonstruktion verklebt.
In Deutschland müssen die Glaselemente jedoch ab einer Einbauhöhe von acht Metern über dem Boden zusätzlich mechanisch gegen Sog gesichert werden. Das rein gläserne Fassadenbild, frei von Verankerungselementen, welches das rechts stehende Bild des Solarzentrums in Freiburg zeigt, ist daher nur bei entsprechend niedrigen Gebäuden möglich.
In der Regel werden daher Punkthalterungssysteme bevorzugt, welche ebenfalls ein rahmenloses Erscheinungsbild erlauben. Auch flache Glasprofile werden häufig verwendet.
Beispiel Solarzentrum Freiburg
Beim Beispiel des Solarzentrums in Freiburg wurden rahmenlose Standard-Solarmodule im Werk zu einem kompletten Fassadenteil mit Wärmedämmung und Innenverkleidung vorgefertigt und an der Baustelle montiert. Die Verkabelung der Photovoltaikanlage wurde pro Fassadenelement werkseitig bereits installiert. Der gesamte Solargenerator ist über Fußboden und Deckenkanäle elektrisch zusammengeschaltet.
Bemerkenswert an diesem Projekt ist, wie die PV-Module als architektonisches Element begriffen und baulich integriert wurden. Die hellen Streifen der metallenen Stromabnehmer der Solarzellen machen den Reiz der Fassadenzeichnung aus. Ziel der Gestaltung war, eine einheitliche Glasfassade zu schaffen. Daher wurden getönte Fensterscheiben und beinahe schwarze Solarmodule gewählt.
Die Structural Glazing-PV-Elemente sind als Warmfassade ausgebildet, mit rückseitiger Wärmedämmung und Verkleidung. In einem Stahlrahmen wurden die Fassadenteile mit PV-Generator und Fenstern vorgefertigt und als zweigeschossige Elemente in das vorbereitete Betonskelett eingehängt.